Kämpferische Niederlage

Der Herner TC musste im wichtigen Auswärtsspiel beim BC Marburg eine 83:69‑Niederlage hinnehmen – und das ausgerechnet zum Auftakt einer entscheidenden Phase im Kampf um die Playoffs. Die Voraussetzungen waren alles andere als optimal: Gleich drei zentrale Spielerinnen fehlten kurzfristig im Kader. Weder Zoesha Smith, Alice Recanati noch Darina Zraychenko konnten die Reise nach Marburg antreten, was die Rotation erheblich verkleinerte und den Druck auf die verbleibenden Spielerinnen deutlich erhöhte. Auch Miriam Musa ist angeschlagen nach Marburg gefahren und Lena Dziuba fehlte weiterhin im Kader.

Trotz der Ausfälle startete der HTC mutig ins Spiel. Die Anfangsphase war geprägt von hoher Intensität und viel Einsatz. Herne suchte konsequent den Weg zum Korb und behauptete sich körperlich stark unter den Brettern. Defensiv gab es zwar einige Abstimmungsprobleme aufgrund der umgestellten Formation, doch das Team ließ sich nicht aus dem Konzept bringen.

Marburg erhöhte im zweiten Viertel das Tempo und verteidigte aggressiver, was den Rhythmus der Hernerinnen spürbar beeinflusste. Immer wieder blieb der HTC in guten Ansätzen hängen und konnte sich für starke Defensivaktionen nicht belohnen. Trotzdem blieb Herne in Schlagdistanz – auch dank einer Leistungsträgerin, die ein echtes Ausrufezeichen setzte.

Mehrere zweistellige Punktleistungen – und ein Double-Double

Gleich vier Herner Spielerinnen punkteten zweistellig und stemmten sich mit voller Kraft gegen die Niederlage:

Diese geschlossene Leistung ermöglichte Herne, das Spiel lange offen zu halten, besonders zu Beginn der zweiten Hälfte.

Nach der Pause zeigte Herne erneut Charakter. Die Defensive stabilisierte sich, und Marburg tat sich nun merklich schwerer, freie Abschlüsse zu finden. Einzelaktionen wie ein energischer Drive von Makiyah, der Marburgs Trainer sichtbar verärgerte, spiegelten die Entschlossenheit des HTC wider.

Doch sobald Herne die Chance hatte, den Rückstand entscheidend zu verkürzen, fanden die Gastgeberinnen Antworten. Marburg spielte seine Angriffe geduldig aus und nutzte jede kleine Unkonzentriertheit der Gäste. Immer wieder gelang es den Gastgeberinnen, ihre Führung auszubauen, während Herne offensiv zunehmend gegen eine kompakte Verteidigung ankämpfen musste.

Mit fortlaufender Spielzeit schwand die Hoffnung auf ein Comeback. Besonders im Schlussviertel zeigte sich, dass der Kräfteverschleiß durch die Ausfälle nicht mehr zu kaschieren war. Marburg nutzte die Lücken konsequent aus und entschied die Partie letztlich verdient für sich.

Für den Herner TC bleibt trotz der Niederlage positiv festzuhalten, dass die Mannschaft Kampfgeist, Tiefe und Charakter bewiesen hat. Mehrere Spielerinnen traten in die Bresche und zeigten, dass sie Verantwortung übernehmen können.

Schon am kommenden 7. Februar wartet das nächste Schlüsselspiel im Kampf um die Playoffs – auswärts bei den Angels Nördlingen. Dort will der HTC die gezeigten Ansätze bestätigen und sich trotz aller personellen Herausforderungen erneut leidenschaftlich präsentieren.

Herner TC: Holzschuh (2 Punkte), Crowder (12), Franze (12), Pereira (3), Williams (25), Olsen (15/10 Rebounds/4 Blocks), Fuglsang Olsen, Köller, Musa

Viertel: 21:14, 20:17, 22:17, 20:21