Niederlage gegen Keltern

Der Herner TC hat dem amtierenden Meister und aktuellen Tabellenführer Keltern einen intensiven und energiegeladenen Kampf geliefert – und doch am Ende eine Niederlage hinnehmen müssen. Das 60:71 spiegelt dabei nur einen Teil der Geschichte wider, denn Herne war über weite Strecken nah dran, sich für die harte Arbeit zu belohnen.

Schon zu Beginn entwickelte sich ein schnelles Spiel, in dem beide Teams zunächst Schwierigkeiten hatten, offensiv ihren Rhythmus zu finden. Nach einigen Minuten stabilisierte sich Herne jedoch und setzte erste Ausrufezeichen – der erste erfolgreiche Distanzwurf brachte zusätzliches Selbstvertrauen. Mit einer kompakten Verteidigung und mutigem Auftreten entschied der HTC das erste Viertel für sich.

Im zweiten Abschnitt wurde die Partie zunehmend zäh. Beide Defensivreihen agierten aufmerksam, doch Herne ließ mehrere einfache Möglichkeiten ungenutzt. Besonders an der Freiwurflinie verpassten die Gastgeberinnen es, sich für ihre Arbeit zu belohnen – eine Schwäche, die sich wie ein roter Faden durch das Spiel zog und den Herausforderer wertvolle Zähler kostete. Keltern nutzte diese Phase, um selbst besser ins Spiel zu finden und durch starke Würfe von außen die Partie zu drehen.

Im weiteren Verlauf wurde deutlich, warum Keltern an der Tabellenspitze steht: Mit zunehmender Spielzeit setzten sich ihre Qualitäten durch. Herne verteidigte engagiert und blieb stets in Schlagdistanz, doch die Gäste fanden immer wieder Antworten – gerade von jenseits der Dreierlinie. Die Herner Defensive hielt lange dagegen, konnte aber einige schwere Würfe des Meisters nicht verhindern.

Als sich gegen Ende Lücken unter dem Kelterner Korb immer seltener boten und die Uhr gegen Herne lief, startete der HTC dennoch einen späten Lauf. Zwei Minuten vor Schluss war der Rückstand auf sieben Punkte geschmolzen – Hoffnung keimte auf. Doch die Aufholjagd kam zu spät, und Keltern brachte den Sieg abgezockt ins Ziel.

Positiv aus Herner Sicht: In den Schlussminuten standen mit Darina Zraychenko und Miriam Musa zwei der jüngsten Spielerinnen auf dem Feld und nutzten die Chance, wertvolle Minuten zu sammeln. Ein Zeichen dafür, dass der Verein trotz Niederlage selbstbewusst nach vorne blickt und seinen Talenten Vertrauen schenkt.

Auch wenn dieses Spiel die vierte Niederlage in Serie bedeutete, kann der HTC aus der Leistung Kraft schöpfen: Gegen den stärksten Gegner der Liga zeigte das Team Phasen, in denen es auf Augenhöhe spielte. Genau dieses Auftreten braucht es nun für die kommenden entscheidenden Aufgaben – beginnend mit dem Auswärtsspiel in Marburg am 31. Januar um 19 Uhr.

Herner TC: Smith (14 Punkte/12 Rebounds), Pereira (16), Holzschuh (4), Crowder (7/2 Dreier), Zraychenko (3), Williams (4), Recanati (2), Olsen (10), Musa, Fuglsang Olsen, Franze, Köller

Viertel: 14:9, 6:16, 19:26, 21:20