Der Meister zeigt HTC-Damen die Grenzen auf

Die zweite Saisonniederlage fiel derbe aus. In Keltern kamen die Bundesliga-Basketballerinnen des Herner TC mit 62:82 unter die Räder.

Rache ist süß. Hatte der Herner TC die Rutronik Stars Keltern im Hinspiel mit 88:60 (43:23) förmlich vom Parkett gefegt, so drehte der Deutsche Meister vor den eigenen Fans den Spieß einfach um und zeigte, dass er die Lektion von Anfang Dezember gelernt hat. Diesmal waren es die Sterne, die von Beginn an die größere Intensität aufs Feld brachten, dem Gegner mit aggressiver Defense die Luft und teilweise auch die Lust nahmen und schon zur Pause mit etwa zwanzig Punkten vorne lagen. Am Ende hieß es im Spitzenspiel der Damen-Basketball-Bundesliga 82:62 (47:28) für den amtierenden Meister, der seine Ambitionen auf die Titelverteidigung mit diesem Erfolg gegen den Tabellenzweiten nachhaltig unterstrich.

Im Grunde wurden die HTC-Damen mit ihren eigenen Mitteln geschlagen. Insbesondere in Halbzeit eins waren die Sterne ihren Gästen in allen Belangen überlegen, waren wacher im Kopf und schneller auf den Beinen. Die bissige Kelterner Defense ließ kaum einen freien Wurf zu, und wenn sich eine der Hernerinnen mal zum Brett tankte, fiel einfach nichts durch den Ring. Weil die Abpraller regelmäßig in ihren Fingern landeten, konnten die deutlich fixeren Rutronik Stars etliche Fastbreaks laufen und mit leichten Punkten abschließen.

Kuijt erzielt die ersten acht HTC-Punkte

Vor allem Ezinne Kalu tat sich dabei hervor. Die Nigerianerin traf bis zur Pause acht ihrer neun Würfe aus dem Feld und packte schon 18 Punkte auf ihr Konto. Sie war es auch, die nach acht Punkten von Karin Kuijt zum 9:8-Zwischenstand (5.) noch eine Schippe drauflegte und mit drei Körben in Folge dafür sorgte, dass sich Keltern schon im ersten Viertel bis auf 24:10 (10.) absetzen konnte.

Diese zweistellige Führung ließen sich die Gastgeberinnen im gesamten Spielverlauf nicht mehr abluchsen. Wie schon im ersten Abschnitt, blieb der HTC auch im zweiten zu Beginn fast drei Minuten lang ohne eigenen Korb. Als Chloe Bully endlich den Bann brach, hatten Marina Markovic (5) und Kalu den Kelterner Vorsprung bereits auf 31:12 ausgebaut. Herne wirkte konsterniert, leistete sich auch fortan viele kleine Fehler, die fast ausnahmslos bestraft wurden. Beim 40:14 (15.) war der Tabellenzweite eigentlich schon geschlagen. Es galt nur noch, die drohende Blamage abzuwenden.

Herne nimmt spät den Kampf an

Zumindest das gelang. „Ab Minute sechzehn haben wir den Kampf angenommen und das Spiel war danach ausgeglichen“, fasste Marek Piotrowski zusammen. „Bei zwanzig Punkten Rückstand zurückzukommen, ist in Keltern aber sehr, sehr schwer.“ Und deshalb, so der HTC-Trainer, sei der Sieg des Meisters ohne Frage absolut verdient.

In der 19. Minute schickten Drew Sannes und Kuijt noch zwei Dreier in die Kelterner Reuse, und wenn Kuijts Buzzer Beater gesessen hätte, wäre der Meister vielleicht unsicher geworden. So aber nahmen die Sterne eine 47:28-Führung mit in die Kabine, die sie im dritten Viertel mehrfach auf 26 Punkte ausbauten.

Piotrowski hofft auf eine Reaktion

Den Herner Kampfgeist aber war nicht gebrochen. Ins Schlussviertel startete der HTC mit einem 6:0-Run, und bei 70:54 (34.) kamen leise Hoffnungen auf, ehe ein verlegter Ball die Kelterner 8:2-Serie zur endgültigen Entscheidung einleitete.

Marek Piotrowski versuchte, der verdienten Niederlage auch Positives abzugewinnen. „Man wird nicht nur durch Siege stärker. Ich hoffe, dass die Niederlage die Mannschaft noch mehr zusammenschweißt und sie in Marburg die richtige Antwort gibt.“ Dann wird auch Darcee Garbin ihr Debüt geben, die in Keltern noch auf der Bank blieb.

Quelle: Wolfgang Volmer/WAZ

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