Ein erkämpfter Sieg

Herner TC - SV Halle Gisa Lions 58:55

„Wir sind froh, dass wir die ersten zwei Punkte haben“, so Marek Piotrowski nach Abpfiff einer umkämpften Partie. Man kann sich vorstellen, dass er nicht so gnädig mit seiner Mannschaft gewesen wäre, wenn das Spiel anders ausgegangen wäre, aber das war ihm am Samstagabend das wichtigste: Der Herner TC ist mit einem 58:55-Sieg über die SV Halle Gisa Lions gestartet.

„Mit 24 Ballverlusten kann man eigentlich kein Spiel gewinnen“, meinte Piotrowski, „aber wir haben sie unter 60 Punkten gehalten.“ Dabei startete das Spiel fast nach Wunsch für Herne: Westerik machte das 2:0, dann fiel das 2:2, der letzte Ausgleich des Abends und vor allem die letzten Lions-Punkte für mehr als fünf Spielminuten.

Das überdeckte einige offensive Schwächen, aber vor allem Westerik erzwang immer wieder ihr Glück, sie sorgte auch für den 13:6-Zwischenstand nach zehn Minuten. Spielerisch räumte sie ihren kleineren Teamkolleginnen im Aufbau den Weg frei, holte neun Rebounds, räumte mit vier Blocks unter dem eigenen Korb auf (alle anderen Spielerinnen hatten zusammengerechnet drei) und war in der Offense immer anspielbar und oft nur per Foul zu stoppen. Allerdings: Es blieb oft auch bei Herner Einzelaktionen, dazu war Herne sicher bei den Freiwürfen, was für eine 26:22-Halbzeitführung reichte. In der Abwehr dominant, vorne aber fehlerhaft und vor allem oft zu hektisch, so kann man das Spiel des HTC zusammenfassen und das setzte sich nach der Pause fort.

Sonst stockte die Offensive, das Passspiel war durchzogen von schlechten Entscheidungen. Vor allem über einige Offensivfouls ärgerte sich Marek Piotrowski: „Das kostet nicht nur zwei Punkte, sondern der Gegner kriegt in so einem Spiel auch noch zwei Freiwürfe – minus vier Punkte, die Mannschaft bestraft sich doppelt.“ Auch fielen wieder die Herner Dreier nicht (2/16), so dass der HTC sich nie wirklich absetzen konnte, so blieben die Gäste im Spiel, ohne besonders zu überzeugen. Nach der 43:34-Führung (29.) gelangen Herne fünf Minuten gar keine Punkte. Und dann wäre das Spiel nach einem Schockmoment fast gekippt.

Bei 43:40 (53.) fiel Harris während eines eigenen Fouls unglücklich, verknackste sich den Rücken und konnte das Feld nur gestützt auf zitternden Beinen verlassen. In der Halle war’s mucksmäuschenstill, als Halle die beiden Freiwürfe zum 43:42 nutzte – Herne war fast eingeholt und nun ohne seine beste Spielerin.

Aber Bullys Dreier aus der Ecke brach im Gegenzug den Bann. Auch wenn Piotrowski die großen Spielerinnen ausgingen (Harris verletzt, Lawrence und Pelander nach dem fünften Foul), spielte Herne im Gegensatz zur Vorwoche die Uhr clever runter, erst mit dem 58:55 mit der Schlusssirene kamen die Gäste wieder in Schlagdistanz. Auch wenn der HTC sicher nicht den schwersten Auftaktgegner hatte: Nach der von Corona beeinträchtigten Vorbereitung gehe es darum, Spiele zu gewinnen, meinte Marek Piotrowski: „Auch wenn wir nach dem guten Start nachgelassen haben, hat das Team stark gefightet“, so der Trainer. 

Zwei Punkte sind zwei Punkte – und die sind den Hernerinnen allemal lieber als eine offensive Show wie im Pokal gegen Göttingen, die beim 85:86 am Ende nichts wert war.

Apropos Göttingen – am kommenden Sonntag kommt es auswärts zum Wiedersehen. Laura Westerik, Samstag einzige Hernerin mit zweistelliger Punktzahl, freute sich schon: „Payback-time.“

Als Sorge bleibt natürlich die Harris-Verletzung – auch wenn sie das Auslaufprogramm schon wieder mit dem Team absolvierte, soll sie Anfang der Woche ins MRT. 

Westerik (16), Stockton (9/1 Dreier/ 3 Assists), Pelander (9), Harris (8/9 Rebounds/4 Blocks), Bully (7/1), Topuzovic (4), Lawrence (4), Zolper (1), Rouse, Polleros, Groll (n.e.)

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