Minja Terzic behält die Nerven

HTC siegt im Herzschlagfinale in Bamberg

Die Topscorerin des Herner TC sorgte in letzter Sekunde für den knappen Auswärtserfolg der heimischen Bundesligadamen in Bamberg. Durch das 82:81 verteidigte das Team von Marek Piotrowski den dritten Tabellenplatz.

DJK Brose Bamberg - Herner TC 81:82  (20:16, 20:19, 20:30, 21:17)
 
Bamberg: Bachvarova (13 Punkte/1 Dreier), Beck, Benzio (12), Hartmann (11/1), Lohneiß, Mayberry (21/1), Miller (7), Münder, Sokman (10/2), Vogel (7/1).
 
Rebounds: 26 def./10 off. Freiwurfquote: 76%
 
HTC: Davis (2), Flasarova (18/4), Gawronska, Karic (6), Koop (14), Müller (7), Salomaa (4/1), Terzic (23/3), van der Velde (2), Wright (6).
 
Rebounds: 23 def./9 off. Freiwurfquote: 47%
 
In einem Herzschlagfinale setzte sich der Herner TC bei Schlusslicht DJK Brose Bamberg mit 82:81 durch und verteidigte so seinen Tabellenplatz drei. Von karnevalistischer Lockerheit fehlte dabei allerdings jede Spur.
Vor allem die letzten 3,6 Sekunden der Partie in der fränkischen Graf-Stauffenberg-Halle hatten es in sich. Minja Terzic, die beste Hernerin des Tages, erwies sich schließlich als Mrs. Coolness persönlich und krönte ihre Top-Leistung (23 Punkte) mit dem entscheidenden Korb. Bis dahin allerdings mussten die HTC-Anhänger wohl oder übel durch die emotionale Hölle.
Die Partie ließ sich gut an. Maßgeblich von Lisa Koop gestaltet, legten die Herner beim Tabellenletzten in der Startphase ein 13:6 vor. Dann stellte Brose-Headcoach Ulf Schabacker seine Defense auf Zonendeckung um. Koop kam daraufhin weniger zur Geltung, und mit ihr das gesamte Herner Team. Bamberg zog Anfang des zweiten Viertels bis auf 24:16 leicht davon. Der 3:18-Lauf hinterließ jedoch keine zu deutlichen Spuren beim HTC.
Wieder einmal erwies sich letztlich vielmehr: Die starke Mischung macht’s im Piotrowski-Team. Zunächst war es die 19-jährige Kitty Müller, die zur Attacke blies. Später dann trat Minja Terzic, mit 33 so etwas wie die große alte Dame, auf den Plan. Mit ihren zwei Dreiern verhinderte sie zunächst, dass Brose sich zu optimistisch in die zweite Halbzeit begab. Der Herner Rückstand hatte sich zur Pause bei fünf Zählern eingependelt.
Im dritten Viertel blieb vor allem Terzic am Drücker, zudem sorgte Katarina Flasarova mit drei Distanzwürfen dafür, dass sich das Blatt wieder wendete. Herne lag plötzlich mit acht Zählern vorn, das Schlusslicht schien sein Pulver verschossen zu haben. Im letzten Viertel jedoch entwickelte sich die Partie noch zum offenen Schlagabtausch. Die Führung wechselte hin und her. Mit 76:76 ging es in die letzten zwei Minuten, und der Krimi spitzte sich noch zu.
Lisa Koop musst inzwischen nach dem fünften Foul vom Feld, Terzic warf Herne derweil wieder nach vorn. Nachdem Brose nochmal ausgleichen konnte, scheiterte zunächst Caroline van der Velde aus der Halbdistanz, dann leistete sich Terzic einen Airball. Als sie jedoch endlich das 80:78 besorgt hatte, standen noch 3,6 Sekunden auf der Uhr – der vermeintliche HTC-Sieg. Was folgte, war nichts für schwache Nerven. Denn Bambergs Daniela Vogel zauberte tatsächlich unter Druck einen Dreier über das Brett in die Reuse und nun wähnte sich das Schlusslicht seinerseits am Ziel. Hernes Anhänger waren entsetzt.
Doch da gab es ja noch Minja Terzic. Als hätte sie alle Zeit der Welt nutzte sie die letzten Zehntel mit all ihrer Routine und machte den 82:81-Auswärtssieg noch perfekt. Mehr Karneval ging wahrlich nicht.
 
02.03.2014 / WAZ Herne / Mike Lautenschläger

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