Niederlage ausgerechnet im Derby

Nach drei Siegen in Folge erwartete der Herner TC die Baskets aus Oberhausen zum Westderby. Trainer Marek Piotrowski hatte vor dem vermeintlichen Underdog gewarnt – zu Recht, wie sich herausstellte.

Herner TC - NB Oberhausen 73:81
 
Viertelergebnisse: 18:20/19:27/17:13/19:21
 
HTC: Bräuer, Davis (20 Pkt./2 Dreier), Flasarova (9/1), Gawronska (2), Karic (11/1), Koop (6), Müller, Salomaa (8/2), Terzic, Tuomi (4), Van der Velde (2), Wright (11).
 
Oberhausen: Beld (10), Gülich (3), Krick, Mersch (11), Nainima (18/2), Prudent, Reid (20/1), Tews (3/1), Thimm (7), Zierhut (9/1).
 
Rebounds: 35:29 (off. 12:10/def. 23:19) Freiwufquoten: 78 % - 76 %
 
Es gibt Basketballspiele, es gibt besondere Basketballspiele, und es gibt Derbys. So heizte der Hallensprecher der proppevollen MCG-Arena ein, bevor sich die Bundesliga-Damen des Herner TC und des evo New Basket Oberhausen auf dem Parkett gegenübertraten. Und die Stimmung übertrug sich, hin auf die Tribüne und wieder zurück.
Von Beginn an ging es mächtig zur Sache, beide Teams kämpften mit offenem Visier. Den etwas besseren Start erwischten die Herner, sie gingen mit 9:7 in Führung. Und als die Gäste das Blatt zum 11:14 gewendet hatten, da lieferte Lisa Koop zwei Körbe und der HTC war wieder vorn. Leider sollte das zwischenzeitliche 15:14 die letzte Führung für den Tabellendritten sein.
In der Schlussphase des ersten und erst recht dann im zweiten Drittel bekam Oberhausen Oberwasser. Hart gingen beide Teams gegeneinander vor. Quenice Davis lieferte sich einen waschechten Ringkampf mit Sarah Zierhut. Die Unparteiischen bestraften jedoch einzig die HTC-Spielmacherin. Überhaupt schienen die Referees in strittigen Situationen den Hausherren manchmal nicht ganz wohl gesonnen. Die Foulstatistik von 22:13 für den HTC jedenfalls lässt sich nicht etwa durch einseitige Härte der Piotrowski-Fünf erklären.
In der Pause nun sah man sich einem 37:47-Rückstand gegenüber. Die beste Oberhausenerin Monique Reid landete noch den ersten Treffer der zweiten Hälfte, dann aber schlug Herne zurück. „Q“ Davis und Teya Wright versenkten ihre Freiwürfe sicher, Emina Karic traf, und als Davis einen Fastbreak zum 45:49 einschleuste, glich die Halle einem Tollhaus. So auch zu Beginn des letzten Viertels, als Oberhausen noch mit sechs Zählern vorne lag.
Minja Terzic steckte grandios zu Davis durch, die verkürzte auf 56:60. Dann traf Karic von der Dreierlinie. Der HTC war auf einen Punkt ran und das Derby steuerte auf ein neuerliches Herzschlagfinale zu. Doch in der Schlussphase überpowerten die Damen des Hauses etwas. Die Nerven waren zum Zerreißen gespannt. Die Rebounds gingen zunehmend verloren und Lisa Koop leistete sich ein technisches Foul, ehe sie sich gänzlich rausfoulte - wie später auch Emina Karic.
Am Ende stand ein 73:81. Die Herner Serie von vier Siegen in Folge wurde so von Oberhausen beendet. Ausgerechnet im Derby.
 
23.02.2014 / WAZ Herne / Maik Lautenschläger

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